Hospizprojekt
Vision der Stiftung Pompos
Die Vision der Stiftung Pompos ist ein aussergewöhnlicher und naturnaher Ort, der neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung auch die psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse sterbender Menschen adressiert. Dabei kommt der Natur eine zentrale Rolle zu: Sie vermag Angst und Unruhe zu verringern, ein Gefühl von Frieden und Eingebundensein zu erzeugen und steht für einen zyklischen Prozess, in dem Wandel und Vergänglichkeit miteinander verbunden sind.
Architektur und Umgebungsgestaltung werden deshalb zu zentralen Bestandteilen des Hospizes. Sie sollen Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, das Sterben in einen natürlichen Zusammenhang einbetten und sich bewusst von der Funktionalität gewöhnlicher Pflegeinstitutionen unterscheiden. Das Projekt will das Sterben aus dem gesellschaftlichen Randbereich in die Mitte des Lebens holen und wie auch die Geburt als bedeutenden Übergang behandeln.
Architektur und zirkuläres Bauen im Bestand
Die architektonische Vision der Stiftung Pompos richtet sich auf die zirkuläre Transformation eines bestehenden Gebäudes. Dessen räumliche, konstruktive und materielle Qualitäten werden nach Möglichkeit erhalten und für die neue Nutzung als Hospiz weiterentwickelt. Architektur wird als sorgfältiges und ökologisches Weiterbauen am Bestand verstanden, bei dem Vorgefundenes, Wiederverwendetes und Neues präzise miteinander verbunden werden. Bestehende Bauteile werden instand gesetzt oder in neuer Funktion weiterverwendet und durch natürliche, regionale und kreislauffähige Materialien ergänzt.
So entsteht kein repräsentativer oder institutionell geprägter Bau, sondern ein Ort mit kontemplativer Ausstrahlung. Tageslicht, Ausblicke ins Grüne und klar gestaltete Übergänge zwischen Innen- und Aussenraum sollen Ruhe, Rückzug und Geborgenheit ermöglichen. Der kleine Massstab mit acht Patientenzimmern schafft überschaubare Raumfolgen, kurze Wege und einen persönlichen Charakter.
Umgebungsgestaltung
Die Umgebung des Hospizes ist ein eigenständiger Teil des Gesamtkonzepts und gleichwertig zur Architektur. Die Landschaft folgt den Prinzipien der Permakultur und zielt auf stabile, weitgehend selbstregulierende Ökosysteme mit hoher Biodiversität und vielfältigen Lebensräumen. Bauliche Elemente werden zirkulär aus Holz und Naturstein entwickelt und fügen sich in die Landschaft ein.
Die Umgebung wird als therapeutischer Raum verstanden. So wird die Umgebung des Hospizes zum natürlichen Resonanzraum für Sterbende, Angehörige und Mitarbeitende. Sie lädt dazu ein, innerlich zur Ruhe zu kommen, schafft eine Verbindung zum Rhythmus der Jahreszeiten und macht erfahrbar, dass Wachstum und Vergehen untrennbar miteinander verbunden sind.
Energiekonzept
Das Energiekonzept folgt dem Leitgedanken einer weitgehenden energetischen Eigenversorgung bei optionaler Netzanbindung als Sicherheitsstruktur. Photovoltaik, Batteriespeicher und eine Erdsondenanlage mit Wärmepumpe bilden ein einfaches und robustes System, das den externen Energiebedarf minimiert. Die Erdsonden dienen sowohl der Wärmeversorgung im Winter als auch der regenerativen Kühlung im Sommer und ermöglichen einen Betrieb ohne fossile Heiz- oder Kühltechnik. Ergänzt wird das Konzept durch eine lokale Wasserbewirtschaftung: Regenwasser wird gesammelt und für geeignete Nutzungen aufbereitet.
Objektsuche und Realisierungsplanung
Die aktuelle erste Projektphase umfasst die Suche, Prüfung und Sicherung eines geeigneten Bestandsgebäudes sowie die Schaffung der rechtlichen, finanziellen und institutionellen Voraussetzungen für dessen Umnutzung zu einem Hospiz. Im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung werden insbesondere die baulichen Gegebenheiten, die räumliche Eignung, die planungs- und baurechtlichen Rahmenbedingungen sowie die grundsätzliche Bewilligungsfähigkeit geklärt.
Nach der Sicherung eines geeigneten Objekts und dem positiven Abschluss der Machbarkeitsprüfung folgt die zweite Projektphase. Sie umfasst die Sicherung der Gesamtfinanzierung, die Projektierung des Umbaus, das Bewilligungsverfahren und die bauliche Realisierung.
Projektdokument als PDF